Mit dem Mietwagen durch Australien

3 Kinder sitzen auf der Rücksitzbank des SUV, die Stimmung ist gut, das Essen gepackt, Musik läuft und keine Baustelle weit und breit! Jeder sitzt auf seinem Lieblingsplatz. Stefan fährt, ich schaue aus dem Fenster, Marie und Mathilda horchen der Bibi Blocksberg Geschichte und Julien sitzt in der Mitte und beobachtet vorbeifahrende Autos. Offensichtlich will er meinen Platz haben, doch das ist in Australien nicht erlaubt. Toll, denke ich mir, so kann es weiter gehen die nächste Zeit.

Pustekuchen! Wir leben gerne am Limit:-) Ich habe leider keine drei ’kleinen Lords‘ im Auto sitzen und auch Stefans Stimmung zeigt, dass 100 km ohne eine einzige Kurve und einige Autos seeeeeeehr langweilig und monoton sind und ihn langsam die Müdigkeit packt.

Unser Mietwagen

Unser Mietwagen

„It is going to be a very uncomfortable ride for you!“

Gebucht haben wir online. Die Australier benutzen dafür die Webseite „Webjet„. Das günstigste Model, ist logischerweise auch das kleinste. Wir wollten eine Klimaanlage und ein Automatikgetriebe. Wenn man schon auf der falschen Seite fährt und sitzt, dann soll das schalten mindestens wegfallen. Uns steht ein Hyundai i20 zu, oder eben etwas vergleichbares. Um es in gewohnte deutsche Größen einzuordnen. Ein VW Polo ist unser zu Hause für die nächsten drei Tage. Komfort Fehlanzeige. Der nette Mann von Avis lächelt, als er uns zu fünft sieht und bemerkt: „It is going to be a very uncomfortable ride for you“. Er hat Erbarmen und gibt uns einen grösseren Wagen zum gleichen Preis. Ein kleiner SUV. Holden Captiva steht auf der Heckklappe. Los geht’s.

Von Sydney nördlich entlang des Pacific Highways

Wir haben unseren Housesit verlassen und müssen zum nächsten Housesit mit dem Mietwagen. Von Sydney gilt es 1900km zu bewältigen, entlang der Ostküste geht es Richtung Brisbane und dann noch mal 900 km nördlicher Richtung Mackay. Auf der Strecke kommen später Baustellen dazu und man darf nur 90km/h fahren. Die Strafen für Verkehrsvergehen sind ziemlich hoch und wir halten uns akribisch an die 90km/h, denn bei Feiertagen bekommt man doppelte Punktzahl und zahlt den doppelten Preis! Zum Glück hat unser Mietwagen einen Tempomat. Die Fahraktivität beschränkt sich also nur noch aufs Lenken.

Bibi Blocksberg in der Endloschleife und Streit auf der Rücksitzbank

Die Erste Pause machen wir nach 4 Stunden. Unsere Minis laufen wie Duracell Hasen hin und her. Sie sind kaum zu bremsen und es herrscht eine Lautstärke wie auf einem Rock Konzert. Offensichtlich haben die letzten vier Stunden auf der Rücksitzbank einen starken Bewegungs- und Schreimangel hervorgerufen. Schlecht wird die Stimmung, als wir weiterfahren wollen. Keiner will ins Auto. Mit viel Überredungskunst schaffen wir es dann doch. Der erste Streit geht um das nächste Hörspiel: Bibi Blocksberg für Marie, Hexe Lilli für Mathilda und Julien will eigentlich Musik hören. Wir Erwachsenen wollen intuitiv die Partei für Julien ergreifen, was unsere Objektivität der Mädels gegenüber in Frage stellen würde. Ewige Diskussion und eine Lösung für die nächsten 2 Stunden. Na immerhin. Doch das ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, denn es warten noch weitere 18 Stunden Autofahrt! Es fängt an zu dämmern und die Route ist nicht beleuchtet. Den Gedanken in einem Auto zu schlafen und am nächsten Tag wieder fröhlich und munter mit aufgeladenen Akkus weiterzufahren, haben wir schnell verworfen, denn im sitzen zu schlafen hat nichts mit einer entspannten Nacht zu tun.

Happige Übernachtungskosten

Drei Motels am Straßenrand fahren wir an und hoffen auf ein freies Zimmer mit WLAN. Das Schicksal scheint diesmal nicht auf unserer Seite zu sein, denn ich bekommen langsam das große „P“ im Gesicht, denn es ist Sonntag und in Deutschland bald 10 Uhr und das bedeutet, dass 20 Frauen online auf mich warten, um mit mir LIVE zu trainieren. Kurz davor endlich die Erlösung. Kleines Hotel, offensichtlich für Truck Fahrer die nachts nur ein Bett brauchen. 140$, aber was bleibt uns anders übrig, wenn man in Not ist?!

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Tag 2 unseres Australien-Trips

Am nächsten Tag wachen wir früh auf, denn es warten 700 km auf uns und für mich bedeutet dass 3 kleine Kinder bespaßen, bei Laune halten, Streit schlichten und die Raubtiere regelmäßig füttern. Mathilda ist unsere Spezialesserin und diesmal findet sie sogar ihre Nudeln, die ich für die Fahrt in die Tupperdosen gepackt habe, nicht in Ordnung. Eine Herausforderung für mich, weil unsere jüngste die letzen Jahre kaum Gemüse gegessen hat und wir, außer den Nudeln, nur Rohkost dabei haben. Alle sind satt außer Mathilda. Die Stimmung ist nach 400 km auf dem Tiefpunkt und wir improvisieren aus Haferflocken, Wasser, Honig ein leckeres Porridge, das sie dann schweren Herzen und unter Tränen dann doch isst. Doch diese längere Pause raubt uns wertvolle Kilometer die wir noch bei Tageslicht schaffen wollten…
Na gut, alles zum Wohle der Kinder.

Brisbane – Schlafen bei Rosanne

Im nächsten WIFI checken wir bei airbnb wo wir heute übernachten können, damit wir nicht wieder 140$ bezahlen müssen und etwas finden das auf unserem Weg liegt. Und … Volltreffer!
Rosanne empfängt uns in ihrem Haus und bietet gleich ihre gesamte Küche zur Nutzung an. Das macht es für mich leichter, Proviant für die gesamte Familie zu organisieren.
Müde fallen wir schon um 21 Uhr ins Bett und schlafen gut und gemütlich 10 Stunden durch.
Da stört auch nicht die Katze Coco die nachts bei uns vorbeischaut. Göttlich.

Tag 3 – 900 km 11,5 Stunden  – Australien as its best

Dann die letzte Etappe und auch die längste wartet auf uns. Stefan hat unterwegs einen Adapter für den Zigarettenanzünder gekauft, mit dem wir die Handys laden können. Und nach zwei Tagen Hörspiele nonstop entdeckend die Kinder… man glaubt es kaum… ihr größtes Glück: zuvor runtergeladene Kinderserien im Offlinemodus. Das war’s! Die Geschichte mit der 23 stündigen Autofahrt endet hier. Natürlich nicht wirklich aber die nächsten Stunden gucken die Kinder ihre Zeichentrickserien und wir können uns endlich länger unterhalten ohne unterbrochen zu werden. Stefan und ich blicken auf die endlosen Weiten Australiens und rufen nicht mehr:“ da ein Känguru!!!“ ,denn sie sind mittlerweile wie Rehe in Schleswig Holstein. Nur noch für die freien Koalas in den Bäumen zucke ich mein Handy um ein Foto zu schießen. Wir fahren noch durch ein heftiges Gewitter und müssen unsere Geschwindigkeit zeitweise auf 40km/h reduzieren.

Weit nach Einbruch der Dunkelheit erreichen wir Eimeo bei Mackay. 1900 km liegen hinter uns. Pete und Cass von unserem Housesit erwarten uns schon mit einem warmen Essen. Wir sind froh nicht das Flugzeug genommen zu haben. Nur so konnten wir ein Gefühl bekommen für die Weiten Australiens und die Faszination der Natur. Finanziell betrachtet war die Reise mit dem Auto sogar teurer, als ein Flug. Benzinpreise von 1,37 AUD pro Liter lassen einen an der Tankstelle zwar lachen aber zwei Extra Übernachtungen auf dem Weg und der Mietwagen selber, machen das Gesamtpaket am Ende mindestens genausoteuer wie ein Flug für uns alle fünf.

In zwei Wochen geht es zurück nach Sydney. Dann betrachten wir die Strecke aus der Luft. Unsere Flugzeit beträgt dann gerade einmal etwas weniger als vier Stunden.

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