Chinese New Year - Von Penang nach Borneo

Weiterlesen
Familie Leichsenring
Erfahre mehr
Chinese New Year - Von Penang nach Borneo
Beitrags Tags:
MALAYSIA – HERE WE COME

Eine ganze Nacht ratterte der Zug von Thailand bis an die malayische Grenze. Gegen 9 Uhr morgens standen wir also am Bahngleis an der Grenze. Anders als in der EU, fahren die Züge hier nicht über Landesgrenzen hinweg. Aussteigen und dann durch den thailändischen Ausreise Prozess durch. 100 Meter laufen und dann durch den Einreise Prozess für Malaysien durch.

Bei unserer Einreise nach Thailand bekamen wir eine „Arrival + Departure“ Karte. Dort mussten wir eintragen, wie lange wir bleiben und wo wir in Thailand wohnen. Mit der Departure Karte wird kontrolliert, dass keiner laenger im Land bleibt als er darf. Thailand gilt als nettes Urlaubsland und laedt auch ein zum Überwintern. So wurde in der Vergangenheit häufig das Visum überzogen. Die thailändischen Grenzer machen mittlerweile Ernst. Wer seine Departure Karte verliert, zahlt erstmal 15 Euro Strafe. Dann wird ermittelt, wie viele Tage man drüber ist und zahlt noch eine Strafe. Wer sehr viel überzieht, bekommt eine Einreisesperre fuer die naechsten Jahre.

Bei uns ging alles gut, wir haben weder die Karten verloren, noch haben wir uns laenger aufgehalten als wir durften. Wir bekommen unseren Ausreisestempel in den Pass. Gemeinsam mit Familie Horlacher, die mit uns reist, nehmen wir alle 6 Kinder und 10 Gepäckstücke und ziehen 100 Meter weiter am Bahnsteig. Dort ist die Einreise nach Malaysia. Wir laufen an einem Temperaturmessgerät vorbei. Man will erkennen, wer Fieber hat und ggf tropische Krankheite ins Land schleppt (Dengue Fieber). Bei uns sieht es gut aus, das Gerät meldet nichts besonderes. Nun stehen wir vor dem Grenzer. Ernste Blicke von den 1,90 Meter Hühnen mustern alle unsere Kinder und uns. Wir bekommen die Stempel und duerfen jetzt bis zu 90 Tage in Malaysia bleiben. Ganz ohne vorheriges Visum. Einfach, weil wir einen deutschen Reisepass haben. Es werden noch kurz unsere Koffer gescannt, bevor wir in den Zug nach Penang (Butterworth) steigen .

Penang ist ein beliebtes Reiseziel an der Westkueste von Malaysia. Der Großteil der Einwohner ist chinesischen Urpsrungs. Und wir fahren direkt in den Start des chinesischen Neujahresfestes. Gegen Nachmittag kommen wir an setzen mit der Faehre ueber auf die Insel. Der Taxifahrer bringt uns zum Hotel, dass noch freie Zimmer hat. Four Points by Sheraton, es kostet uns 100 Euro fuer eine Nacht und wir wissen nicht, ob weinen sollen oder uns freuen sollen. Wir haben einen traumhaften Pool, den besten Blick von oben auf den Strand und ein herrliches Frühstücksbuffet. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass das chinese New Year Fest uns ein sattes 2.000 Euro Loch in die Reisekasse reißen wird. Wir haben uns entschieden erstmal zu geniessen.

Am naechsten Tag ist gar kein Hotelzimmer mehr frei auf der Insel. Und zwar wirklich gar keins. Wir mieten uns per AirBnB eine Unterkunft wenige Kilometer entfernt. Wieder kostet die Nacht 100 Euro, diesmal teilen wir es aber mit den Horlachers. Die Unterkunft ist gross, komfortabel und beinhaltet wieder einen Pool und diesmal sogar einen Tennisplatz. Die Kinder sind gluecklich, das Internet ist schnell und wir freuen uns, dass die Uebernachtungskosten sich halbiert haben zu vorherigen Nacht.

Familie auf Weltreise Chinese New Year
AUF NAHRUNGSSUCHE

In Thailand hatten wir uns an das Essen gewohnt. Wir kannten die Orte mit leckerem, guenstigen Essen. Wir konnten die Gerichte beim Namen nennen und wussten was vegetarisch und vegan ist. Hier in Malaysia muessen wir uns neu einstellen. Die lokale Küche ist viel mehr an die chinesische und indische Küche angelehnt. Neue Namen prangen an den Tafel über den Marktständen. Wir müssen und durchfragen und probieren. Das Essen ist anders aber total lecker. Es ist guenstiger, wenn man nicht in Restaurants geht, sondern sich der vorhandenen StreetFood Stände bedient. Die Kindern essen nun Dinge die sie noch von zu Hause von Mo (Mohammad) kennen. Wer ist Mo? (-> Schau mal hier) Es gibt viel Roti. Aehnlich einem Pfannkuchen, aber mit vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen. Alle werden satt und wir schlafen abends gut ein.

WIE KOMMEN WIR NACH KUALA LUMPUR?

Wir haben schon einen Monat im Vorraus einen Flug gebucht von Kuala Lumpur nach Kota Kinabalu, auf der Insel Borneo. Angedacht war es mit dem Zug in zwei Etappen von der Grenze thailands bis nach Kuala Lumpur zu reisen. An Tag 1 bis nach Penang und an Tag 2 bis Kuala Lumpur. Unser Flug ging abends um 18 Uhr, also war genug Zeit tagsuber mit dem Zug zu reisen. Beinahe stuendlich geht ein Zug. Er kostet ca 15 Euro pro Person und benötigt knapp 3,5 Stunden fuer die Strecke.

Kurz vor Mitternacht schaue ich, welchen Zug wir nehmen. Ich stelle mit entsetzen fest, dass fast alle Züge ausgebucht sind. Mit Ausnahme des 5:00 Uhr Zuges und des 22:00 Uhr Zuges. Oh je, der eine geht in wenigen Stunden, der andere wäre zu spät, um unseren Flug in Kuala Lumpur zu erreichen. Um überhaupt nach Kuala Lumpur zu kommen, fliegen wir mit AirAsia von Penang nach Kuala Lumpur. Wieder sind 380 Euro für das Chinese New Year draufgegangen, Wir ärgern uns enorm über unsere eigene Dummheit und beschließen gemeinsam, dass das Chinese New Year sich nicht ändern lässt, wir das beste daraus machen müssen und wir einfach mit einem Lehrgeld rechnen müssen. Und zu diesem Zeitpunkt kommt uns die Idee, einfach mal ein paar Hotels anzuschreiben du zu fragen, ob wir einen Rabatt bekommen, oder gar kostenlos nächtigen dürfen. Immerhin wird in unseren Videos auch mal im Hintergrund gezeigt, wie so ein Hotel aussieht. Aber wir erhalten kein einzige Antwort.

WIR FLIEGEN NACH KOTA KINABALU

Abends um 22:30 Uhr landen wir auf der drittgrößten Insel der Welt – Borneo. Die Insel ist geteilt in Malaysia, Brunei und Indonesien. Borneo hat eine spannenden Geschichte, die mich als Geschichtsnerd, natürlich in seinen Bann zieht. Von der British North Borneo Company, bis zur japanischen Besetzung im zweiten Weltkrieg über die Befreiung durch die Australier gibt es hier eine Menge zu erzählen. Wir landen im Dunkeln und haben keine Unterkunft gebucht. Am Flughafen laufe ich in eine Touristeninformation und störe offenbar die junge Dame am Tresen. Sie war gerade mit Ihrem Handy beschäftigt. Ich frage, ob es noch bezahlbare Unterkünfte gibt in der Stadt. Sie empfiehlt mir wieder die teuren Unterkünfte Irgendwie denken die

Local Bus in Kota Kinabalu – es gibt sie doch!

einheimischen, dass eine weiße Hautfarbe und ein deutscher Reisepass gleichbedeutend sein muss mit Reichtum. Aber 500 Euro für eine Nacht im „Le Meridien: haben wir leider nicht. Sie empfiehlt mir nur die beiden günstigsten Hotels in Kota Kinabalu. Ich frage, ob Sie dort anrufen könnte, um zu fragen, ob noch ein Zimmer frei ist. Auch hier ist Chinese New Year und alles ausgebucht. Sie wählt, drückt mir den Hörer in die Hand und sagt ich solle telefonieren. Das erste Hotel ist ausgebucht. Das zweite hat ein Zimmer. Katrin schaut währenddessen, wie man mit dem Local Bus vom Flughafen die 15 km in die Stadt zurücklegen kann. Alle versichern Ihr, dass es nur das Taxi gibt und keinen Bus.

Wir nehmen für 10 Euro ein Taxi und kommen im Hotel an. Die Kinder sind etwas verwöhnt von den letzten beiden Unterkünften und Marie sagt allen ernstes: „Ich will zurück ins 4 Sterne Hotel.“ Das ist aber leider keine Option. Todmüde fallen wir ins Bett.

UNTERKÜNFTE SUCHT MAN IN ASIEN AM BESTEN VOR ORT

Von unserer Vietnamreise haben wir gelernt, dass man sich die Unterkünfte anschauen sollte, bevor man bucht. Die schönsten Bilder von einer Webseite oder dem Katalog zeigen nur die Schokoladenseiten, als die Unterkünfte neu entstanden sind. Wie es aber 15 Jahre später aussieht und wir dreckig der Strand ist erwähnt keiner gerne in seiner Verkaufsbroschüre. Wir lassen unser Gepäck im Hotel unterstellen und laufen mit den drei Kids an der Hand durch die

Stadt. Bewaffnet mit einem Stadtplan, laufen wir von Hotel zu Hotel und fragen nach einem freien Zimmer und dem Preis. Ist etwas passendes dabei, versuchen wir zu verhandeln und bieten an das Hotel in unserem Blog oder YouTube Kanal zu erwähnen. Es hagelt Absagen. Zum einem, weil die Hotels voll ausgebucht sind, und zum anderen, weil die wenigen Hotels, die etwas frei hätten an einem Wochenende nicht entscheiden können, ob sie uns vergünstigt aufnehmen. Immer wieder hören wir, dass muss der General Manager entscheiden, der ist Montag wieder da. Schreiben sie doch eine E-Mail. Ich schreibe gefühlt 20 Mails und zwei Tage später erhalten wir tatsächlich eine Antwort von einem Hotel, dass uns für drei Tage gratis aufnimmt. Wir erhalten ein großes Zimmer und haben einen Pool und Gym. Aber was ist nach diesen drei Tagen? Wir merken, dass diese ständige Hotelsuche uns fertig macht. Es tut uns und den Kindern nicht gut. Wir werden in Zukunft wieder länger an einem Ort bleiben und lieber etwas zahlen, als die Unsicherheit zu haben. Das betrifft nur die Unterkunft, nicht die Wahl der Reiseziele.

Wir genießen natürlich das Hotel Grandis mit allen Vorzügen. Für uns wird sogar extra die Internetgeschwindigkeit erhöht. Wir schaffen es in zwei Tagen 4 Videos hochzuladen. Davon kann ich aktuell nur Träumen hier in der Nähe von Papar. Unser März Reiseziel steht auch schon fest. Katrin und ich beschließen abends, dass wir uns nicht wieder ein bis zwei Monate im Voraus festlegen wollen. Wir werden spontaner Reisen. Unsere Entscheidung steht bis zum nächsten Morgen, dann überlegen wir schon wieder ob wir den April in …………… verbringen.. Die Kinder freunden sich mit anderen Kindern an. Beim Frühstück lernen wir den Vater und den Opa kennen. Wir können uns vorstellen gemeinsam mit dem 75 jährigen Opa im April zu reisen. Sollte es dazu kommen, werden es die Leser der Flaschenpost als erstes erfahren.

Weitere Beiträge von Familie auf Weltreise