Japan Das Leben im Camper

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Japan Das Leben im Camper
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DAS LEBEN IM CAMPER

Im Herbst wollen wir nach Neuseeland reisen und dort eigentlich drei Monate im Camper leben. Nach einem Monat im Camper durch Japan ziehen wir Bilanz und justieren unseren Plan für Neuseeland etwas nach. Japan ist grandios und ideal für einen Camper-Urlaub. Hat man erstmal sich einen Camper geliehen, sein Führerschein übersetzt und mit dem Linksverkehr vertraut gemacht, rollt man garantiert einem echten Erlebnis entgegen. Eine Mischung aus Österreich, Skandinavien und Neuseeland für die Augen und Singapore für die Sicherheit und Sauberkeit.

VORNE SITZEN MAMA UND PAPA
Japan mit dem Camper

Japan mit dem Camper

Alle Camper von JapanCampers.com sind mit einem Automatikgetriebe ausgestattet. Zum navigieren dient ein iPad mit Google Maps und umfangreichen weiteren Informationen. Das Fahrer sitzt rechts, gefahren wird auf der linken Spur.

In der hinteren Reihe sitzen die drei Kinder. Über der Mittelkonsole ist die Kühlbox montiert. Praktisch auf einem Schwenkarm, lässt sie sich abends nach vorne schwenken und macht hinten Raum für das Bett. Ist die Rückbank ganz nach vorne geschoben, lassen sich die Rücklehnen nach hinten umklappen und eine Matratze bietet ein Bett für einen Erwachsenen und zwei (kleinere) Kinder. Mit zwei großen Kindern wird es ganz ganz eng. Mit unseren 9,7 und vierjährigen Kindern ging es recht gut, war aber grenzwertig.

AUF DEM DACH  EIN AUFSTELLTZELT
Bergiges Terrain

Bergiges Terrain

Bei laufendem Motor, angezogener Handbremse und Wahlhebel in der Parkstellung, ließ sich das Dach automatisch hochfahren. Es stellte sich später als Ehrenaufgabe heraus, das Dach abends hochzufahren!  Eine kleine Luke öffnet dann den Weg zum „Himmelszelt“.

Zugegeben ist es etwas eng hier hoch zu krabbeln und man sollte auch nachts nicht zum Klo müssen. Aber ist das erstmal überwunden, dann entschädigt der Blick auf den Sternenhimmel und das Lauschen der Stimmen der Natur für alles. Morgens wecken die Vögel uns oder das plätschern des Baches. Zumindest manchmal- wäre ja auch zu schön. Oft sind die Kinder eher wach und wecken uns.

SIE HABEN HUNGER UND ZWAR SOFORT

Also raus aus dem Camper. Bei jedem Wetter übrigens. Der Juni war aber mit nur wenigen Regentagen sehr nett zu uns. Bevor man die mobile Küche aufbaut müssen alle 5 Schlafsäcke eingerollt werden und zurück in die Tüten. Schnell noch die Kissen und Matratzenschoner einpacken und verstauen. Die Rückenlehnen wieder hoch und die Sitzbank in die normale Position verschieben. Hinten an der offenen Heckklappe baut man den kleinen Gaskocher auf und holt aus dem Geschirrkasten alles Notwendige. Die sich nach oben öffnende Heckklappe bietet bei leichtem Regen einen praktischen Schutz.

DAS ESSEN IST FERTIG

Ist das Essen fertig, nimmt man auf den Campingstühlen Platz. Auf den meisten Raststätten finden sich Sitzbänke mit Tischen. Nur die wenigsten japanischen Camper setzen sich mit ihrem eigenen Stühlen vor den Bus. Wir haben es dennoch gemacht und sind ohne Verwarnungen, blaue Augen oder Gefängnisstrafe davongekommen.

DIE CAMPER VON JAPAN CAMPERS

Japan Campers hat knapp 50 Fahrzeuge im Bestand und eine langjährige Erfahrung mit dem Ausbau der Camper, der notwendigen Ausstattung und allerhand Tips für Japan. Alles im Camper ist durchdacht und hat Hand und Fuß. Vom Ladekabel für den Zigarettenanzünder bis zur Abwaschschüssel ist alles an Bord. Die Camper sind schon etwas älter aber in einem sehr guten technischen Zustand. Reifen und Bremsen sind immer top- das ist nicht ganz unwichtig bei einem Land, dass zu 70% bergig ist.

In unserem Ford Camper gibt es keine Toilette. Anfangs dachten wir das könnte zu einem Problem werden. Pustekuchen: Japan ist das Toilettenland schlechthin. An jeder Raststätte gibt es öffentliche Toiletten in traumhaften Zuständen. In Japan geht man auch gerne auf Bahnhöfen zum Klo. Mit ganz wenigen Ausnahmen waren alle Toiletten mit beheizten Klobrillen, Musikprogramm und automatischer Popodusche. Neben den Raststätten gibt es dann noch die ganzen 7-Eleven Shops, Restaurants und öffentliche Toiletten in Parks und an der Küste. In einigen Toiletten muss man sogar Schuhe ausziehen und Gästehausschuhe anziehen.

Einkaufen in Japan

Einkaufen in Japan

AM MEISTEN FEHLTE UNS DIE DUSCHE UND EINE WASCHMASCHINE
Kochlager am Abend

Kochlager am Abend

Um die teuren Stellplatzgebühren zu vermeiden, mieden wir die Campingplätze und steuerten gezielt die kostenlosen Parkplätze an. Nur leider haben die oftmals keine Dusche. Abhilfe schaffen die vielen heißen Thermen in Japan. Überall gibt es  „Hot Springs“. Wie in öffentlichen Badehäusern, Männer und Frauen getrennt versteht sich,  geht man in heiße Thermen und kann sich dort gründlich reinigen. Es ist in Japan eine lange Tradition mit der Familie am Wochenende in einen ‚Onsen‘ zu gehen und in ein 41 Grad heißes Becken zu tauchen.

In öffentlichen Waschsalons kann man seine Wäsche waschen. Ist der Automat erstmal mit 12€ gefüttert, dreht sich die Waschtrommel. Wenn es dann noch getrocknet sein soll, muss noch der ein oder andere Yen nachgeschmissen werden. Wir haben alternativ mit aufgekochtem Wasser von Hand gewaschen und in der Sonne getrocknet. Das war günstiger und die Kinder lernten gleich nebenbei, welche Arbeit dreckige Wäsche machen kann.

FAZIT

Vier Wochen in einem kleinen Camper sind verdammt lang. Es ist sehr eng und es bedarf einer Menge Rücksicht von allen Beteiligten. Mit dem Camper zu reisen vereint Mobilität und Unterkunft und ist ideal um Japan zu erkunden. Preislich ist es ebenfalls vorteilhaft gegenüber AirBnB Unterkünften oder Hotels. Den ganzen Tag verbringt man an der frische Luft und sieht die schönsten Plätze Japans. Gefällt es einem nicht, fährt man einfach weiter.

Einen Monat in so einem kleinen Camper sind ok. Drei Monate, wie wir es für Neuseeland angedacht haben, sind zu viel. In einem größeren Camper (größer als 3,5t) mit einer Toilette und Küche sieht es sicherlich auch komfortabler aus.

Japan mit dem Camper

Japan mit dem Camper

Familie auf Weltreise Camper in Japan

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