Reiseabbruch

Aktuell sind wir auf den Philippinen und wollten uns sechs Wochen lang die Inseln anschauen, bevor es weiter nach Australien und Neuseeland geht. Noch einmal das günstige Leben Südostasiens genießen bevor es teuer und westlich wird. Das war der Plan. Und nun fast der Reiseabbruch. Bei der Einreise am Flughafen von Manila gab es dann nur einen Visa-Stempel für 30 Tage, statt der geplanten 90 Tage. Das war der erste Dämpfer. Kostspielig noch dazu. Das Verlängern eines Visums kostet 50 Euro / Person. Umplanen ging nicht mehr wirklich, weil der Weiterflug nach Australien bereits gebucht ist.

Großstadt – Manila mit Kindern

In Manila erwartet und Stadt, lauter Verkehr. Lärm und Baustellen an allen Ecken und unsere Nerven liegen langsam blank. Wir suchen im Internet nach Tipps für Manila mit Kindern. Wir finden Suchergebnisse wie: „Manila ist nicht geeignet für Urlaub mit Kindern.“ ; „Am Besten man fährt raus aus der Stadt mit Kindern.“ Das ist ja super motivierend. In unserer 16qm Unterkunft stehen wir uns den ganzen Tag auf den Füßen. Die Situation ist angespannt und wir meckern mit den Kindern wegen Belanglosigkeiten. Die Kinder streiten untereinander wegen jeder Kleinigkeit. Wir müssen etwas ändern. Ab zum Island-hopping. Bevor wir den Flug nach Palawan (Puerta Princessa) gebucht hatten, schaute ich noch schnell nach einigen Tipps. Bei den google Ergebnissen kam dann auch das Auswärtige Amt mit seiner Reisewarnung für alle Inseln rund um die Sulu-See. Wir sind unsicher. Unser Bauchgefühl sagt uns erst einmal abzuwarten. Wir entscheiden uns daher in den sicheren Norden zu fahren. Baguio ist das Ziel. Die Sommerstadt der Philippinen. Hier ist das Klima angenehm durch die Berglage. Es gibt tolle Parks und Unterkünfte mit traumhaften Blick ins Weite.

Die Flucht aus der Stadt

Luzon Wir standen kurz vor dem Reiseabbruch

Luzon – Der Norden

Es fühlt sich an wie eine Flucht vor der Stadt Manila. Mit dem Bus fahren wir 2 Stunden durch Manila, bevor wir den Stau hinter uns lassen. Weitere 6 Stunden später sind wir in Baguio. Es ist dunkel und es regnet. Der Taxi-Fahrer findet unsere Unterkunft nicht. Nach etwas suchen und Hilfe des mobilen Internets stehen wir dennoch vor unserem Hotel. Direkt neben der Rezeption ist eine Baustelle. Man versichert uns, dass die Bauarbeiten um 22:00 Uhr eingestellt werden. Zumindest das stimmt. Das gebuchte Zimmer mit den Bildern, weicht stark ab von dem was wir bekommen. Egal, wir brauchen ein Dach über dem Kopf. Also heißt es Augen zu und durch. Es ist kalt. Wir kuscheln uns zusammen. Zumindest so gut es geht auf den ganzen Einzelbetten. Am nächsten morgen erwartet uns viel Regen. Es ist gerade ein Taifun über Baguio unterwegs.

Nach Regen kommt Regen

Der Taxi-Fahrer hat gut lachen. Er versichert uns das der Taifun schon abgezogen ist. Ich frage ihn, ob das bedeutet, dass der Regen aufhört. Seine Antwort“ Nein Sir, nur weniger Regen die nächsten Tage.“ Na toll. Das motiviert ja richtig. Wir beschliessen die Unterkunft zu wechseln und suchen uns etwas in der Stadt. Wenn es schon regnet, dann wollen wir kurze Wege haben. Einige Stressbeulen später, sitzen wir im Taxi auf dem Weg zum neuen Hotel. Das Zimmer ist nicht wie versprochen 35qm, sondern maximal die Hälfte. Weil es so toll aussah, haben wir gleich für vier Tage gebucht gehabt. Die Stimmung ist am überkochen. Geld vernichtet. Mit dem Zimmerhaben wir uns verschlechtert und raus können wir auch nicht wirklich. Selbst Filme schauen geht nicht, weil das WiFi im Zimmer nicht stark genug ist.

Abends beim Essen sprechen alle Ihr Seelenleid aus

Beim Essen abends darf jeder sagen was ihn bedrückt. Mama vermisst das Haus und hasst die ständigen Ortswechsel. Die Kinder vermissen ihr Kinderzimmer und das westliche Essen. Und ich würde gerne Asien verlassen und einmal länger an einem Ort bleiben. Nach 3 Stunden Abendessen ist die Stimmung wieder auf dem Weg der Besserung. Jeder durfte alles detailliert erzählen. Wir lachen, scherzen und haben einen Plan für die nächsten Tage. Ohne ein bereits gebuchten Flug nach Australien und den Heimflug im Dezember von Auckland nach Hamburg, wäre an diesem Abend ein Flugticket nach Deutschland die einzige Option gewesen.

Zurück im Hotel, denken wir uns eine kleine Notlüge aus, damit wir aus den gebuchten 4 Nächten im Hotel eher rauskommen. Das Hotel stimmt zu, trotz nicht stornierbaren Tarif. Wir atmen tief durch und beschließen wieder auf die Gewinnerstraße zu kommen. Langsam arbeiten wir uns aus unserem Gefühlstief. Wir fühlen uns besser und haben wieder eine Perspektive. Tags darauf sitzen wir im Bus auf dem Weg zurück nach Manila. Wir haben einen Flug gebucht nach Cebu. Wir starten jetzt doch unser Insel-hopping. Auf Cebu besuchen wir eine Woche lang ein Kinderheim der Organisation „Christ for Asia“. Unser Tagesablauf hat nun einen Sinn neben der üblichen Nahrungsbeschaffung und Unterkunftssuche.

Wir fassen klare Gedanken und legen einen Kurs fest

Eine Aufgabe tut uns gut. Und in Australien fokussieren wir einen House-Sit. Die Freunde bekommen eine Nachricht per What’s App und als am Tag darauf die Antworten in Video-Form eintreffen, strahlen die Kids wieder. Wir melden uns bei einer House-Sit Plattform an, erstellen ein Profil und schicken die ersten Bewerbungen ab.

Wir sind sicher das ab jetzt alles besser werden wird. Rückwirkend betrachtet, standen wir einem Reiseabbruch nie so nahe wie vor eine Woche. Ohne die gebuchten Flüge nach Australien und im Dezember nach Hamburg, würden wir jetzt schon wieder in der Heimat sein.

Unser Fazit

Egal wie schlecht und ausweglos die Situation auch sein mag, es geht immer vorwärts. Und die Richtung bestimmt jeder selbst. Es hilft nicht in Selbstmitleid zu zerfließen. Wir sind für uns selber verantwortlich. Der Grat zwischen Aufgabe und Weitermachen ist sehr schmal. Für uns geht die Reise weiter und jetzt mit mehr Schwung als je zuvor.

Hier liest Du wie wir unsere Reise finanzieren und wie wir das mit der Schule machen.

Wie geht das mit dem Reisen?

 

Woher kommt das Geld?

Was ist mit der Schule?

 

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