Japan mit dem Camper - Eine Natur zum Träumen

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Japan mit dem Camper - Eine Natur zum Träumen
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Im letzten Blogbeitrag über Japan ging es um Bargeld vs Kreditkarten in Japan

Natur

Japan bietet eine Natur zum Dahinschmelzen. Bewaldete Hügel gehen über in Seen, und dahinter erheben sich Vulkanberge. Alles wirkt vertraut wie aus den besten Reiseführern Skandinaviens. Jedem Neuseeland-Urlauber wird die Landschaft in Japan bekannt vorkommen. Die Berge laden zu zahlreichen Sommer- und Winteraktivitäten ein. Und über all dem ziehen zahlreiche Adler in der klaren Luft ihre Kreise und beobachten das ruhigeTreiben von oben.

Aktivitäten im Sommer

Kajak, Kanu, Rafting

Es muss nicht immer das Tretboot im Schwanendesign sein. Wer aufs Wasser möchte, findet in Japan genug Möglichkeiten. Wo es Wasser gibt, kann man sicher sein, einen Kajak-, Tretboot-oder Kanu-Verleih zu finden. Die Bergflüsse werden von den Rafting-Sportlern belagert. Für jedes Niveau finden sich Raftingstrecken. Personal und Ausstattung sind natürlich auf dem höchsten Level. Sicherheit wird großgeschrieben.

Wandern

Wer die Berge sieht, denkt an erster Stelle natürlich ans Wandern. Es gibt sehr gut ausgebaute Wanderwegenetze, und in den Sommermonaten gab es in den Bergen auch viele geöffnete Restaurants. Saubere, gepflegte Wanderwege sind hier zu finden. Wenn die Japaner wandern, sind sie mit der neuesten Wanderausrüstung ausgestattet und auf alle Wetterlagen eingestellt.

Moderne, sichere Gondeln fahren hoch in die Berge. Wer den Berg nicht komplett runter wandern möchte, sollte vorher schauen, wann die letzte Gondel talwärts fährt; in der Regel zwischen 16:30 – 17:30 Uhr.

Skihalle

Wer im Sommer unbedingt Ski oder Snowboard fahren möchte, kommt in Japan ebenfalls auf seine Kosten. Am Fuße des Mount Fuji gibt es eine Skihalle mit Lift, Kunstschnee und Ski- und Snowboardverleih.

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Angeln

Japan ist ein Inselstaat und bereits im ersten Abschnitt wurde das magische Wort „Sushi“ erwähnt, eine Kombination die nach Fisch schreit. Tokio hat den größten Fischmarkt der Welt. Gefühlt wird jeder Japaner mit einer Angel in der Hand geboren. Am Meer, im Fluss oder in den Bergseen – Angler sind allgegenwärtig. Als Konsequenz ist Fisch eines der günstigsten Lebensmittel in Japan. Wer als Angler nach Japan kommt, kann auch sicher sein immer einen Angelshop in der Nähe zu finden.

Laufen, Fitness und gepflegte Parkanlagen

Für Läufer ist Japan ebenfalls ein Paradies, gerade für uns Marathon-Junkies immer ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl eines Reiselandes. In den Bergen ist es eher schwierig zu laufen. Steigungen von mehr als 8% sind keine Seltenheit. Kommt man in stärker bevölkerte Gegenden oder öffentliche Parkanlagen findet man neben angelegten Laufrundkursen oft auch Trimm-Dich-Pfade, Hindernisparcours und Fitnessgeräte - alles frei zugänglich und kostenlos. Wir haben in keinem der großen Parks rostende Schrauben oder dunkle Wege gefunden. Auf einem Spielplatz konnten wir sogar beobachten, wie zwei Arbeiter der Stadtverwaltung alle Spielgeräte inspizierten.

Golfen

Die Japaner spielen gerne Golf. Dazu gehört das normale Golfspiel, wie wir es aus Europa kennen. 9 und 18-LochPlätze finden sich quasi überall, wenn man die Stadtregionen verlässt. Sie nennen sich „Hill Club“, „Country Club“ oder „Golf Club“ – vor den Clubs stehen die teuren Autos, und in den Clubs gibt es das teure Essen.

Golf spielen ist ein Statussymbol der Oberschicht. Die Plätze sind bis ins kleinste Detail perfekt angelegt und gewartet. Woher wir das wissen? Auf der Suche nach Stellplätzen haben wir manchmal die Grünflächen außerhalb der Städte angesteuert, in der Hoffnung dort nächtigen zu können. Wir fanden dann genau diese exklusiven Clubs und konnten uns einen genauen Eindruck verschaffen.

Aktivitäten im Winter

Japan hat bereits dreimal die Olympischen Spiele ausgerichtet. In Nagano fanden 1998 die Olympischen Winterspiele statt. Auch im Sommer sieht man die schneebedeckten Gipfel hoch oben thronen. Viele kleine Skigebiete gesellen sich neben die bekannten großen in Nagano, Sapporo und um den Mount Fuji. Einige Winterexperten munkeln, dass die Japaner den besten Schnee haben. Das betrifft sowohl die Menge als auch die Qualität. Das konnten wir leider noch nicht testen. Seit unserem Japanbesuch steht fest, dass wir auch einen Winterurlaub in Japan verbringen werden. Wer seinen Camper mit JapanCampers bucht, soll gerne wissen, dass auch Winter-Camping möglich ist. Ski- und Snowboardhalter kann man sich leihen, und für die Heckklappe gibt es praktische Zelte, um die Kälte vom Rest des Campers abzuschirmen.

Fauna

Es würde den Rahmen des Beitrages sprengen, hier sämtliche Tiere Japans aufzuzählen. Das ist auch nicht der Anspruch dieses Beitrages. Viel wichtiger ist es ein paar Besonderheiten zu erwähnen.

Mücken

Wir hatten wirklich viele dieser lästigen Blutsauger in unserem Camper. Da kuschelt man sich gerade in den Schlafsack ein und schon vernimmt man ein Summen am Ohr. Klar, kann man schnell das Licht anmachen, die Mücke suchen und sie „erledigen“. Ich bin überzeugt, dass es Mückenverstecke in so einem Camper gibt, die du nicht kennst und die unerreichbar sind. Versuch mal eine Mücke mitten in der Nacht zu erwischen, wenn sie sich zwischen deinem Gepäck im Beifahrer-Fußraum versteckt. Abhilfe schaffen die Moskitonetze für die Fahrer-und Beifahrerfenster. Sie lassen sich praktisch über die Türen ziehen und erlauben es, bei offenem Fenster zu schlafen. So entsteht ein wenig Zugluft an den warmen Tagen. Trotz aller Bemühungen wirst du mit Mückenstichen leben müssen, es sei denn du gehörst zu der Gruppe Menschen, die eh nie gestochen wird.

Schlangen

„Wie bitte?“ - „Ja, Schlangen!“

Keine Angst. Ich selber habe riesigen Respekt vor allem, was auf dem Boden kriecht und gleitet. Eine so einmalige, ruhige Natur, wie sie in Japan vorzufinden ist, bedingt, dass sich dort auch Schlangen wohlfühlen. Geh vorsichtig durch hohes Gras und mach mit einem Stock Geräusche, wenn du von Stein zu Stein durch trockene Flussbetten hüpfst. Schlangen haben Angst vor uns Menschen. Überraschst du sie ,versuchen sie sich zu verteidigen. Mit drei Kindern haben wir eigentlich immer genug Geräusche gemacht.

Dennoch konnten wir dreimal große Schlangen (1,5 Meter) live sehen und dazu noch viele Schlangenhäute. - Ein Kinderarm gehört somit nicht in jedes Loch, das die Naturgeformt hat. Wer weiß, wer dort drin sein Nest gebaut hat.

Affen

In Nagano gibt es Schneeaffen. Diese putzigen Tiere begrüßen einen am Zaun hängend, wenn man aus den Bergen nach Nagano reinfährt. Sei auch hier vorsichtig. Es sind freilebende Tiere, die nicht von einem Zoowärter davon abgehalten werden, deine Scheibenwischer zu zerlegen. Neben den Schneeaffen gibt es noch weitere Affenarten, für die natürlich gleiches gilt.

Adler

Wer in Hamburg groß wird, kennt Adler nur aus dem Tierpark (oder dem Tor des HSV). Beim ersten Adler haben wir noch große Augen gemacht, gestaunt und versucht Fotos zu schießen. In den Bergen und am Meer gehören die Adler zu den häufigsten Tieren. Was bei uns in Deutschland die Seemöwen sind, stellen hier die Seeadler dar. Majestätisch gleiten sie in der Luft, um sich schon im nächsten Augenblick auf dein Essen zu stürzen. Das ist kein schlechter Scherz. An den Küsten stehen Warnschilder, die einen mit großen Bildern verdeutlichen, dass die Adler gerne ein Teil deines Essens abhaben möchten. An diesen Stellen empfehle ich ausdrücklich nicht im Freien zu essen. Julien wurde von einem Adler im Sturzflug ein Croissant aus der Hand gerissen. Das war nicht nur überraschend, sondern auch sehr angsteinflößend.

Flora

Kirschblüte

„Die Japaner haben ein Rad ab“, sagt meine siebenjährige Tochter. „Die sprechen ja mit den Pflanzen und machen von allem ein Foto“. Da hat sie Recht. Besonders die Kirschblüte hat es ihnen angetan. Ein ganzes Fest richtet sich nach der Blüte des Baumes. Wundere dich nicht, wenn Japaner vor einer Blume stehen bleiben und ihren Fotoapparat zücken oder mit ihrer Familie in ein Fachgespräch verfallen.

Bambusbäume

Der Bambus wächst in Japan und ein Bambuswald gilt sogar als beliebte Fotokulisse bei Touristen, sowohl bei japanischen als auch den ausländischen Touristen. Es ist dort so voll, dass man den glücklichen Moment abwarten muss, um nicht mit vielen anderen Touristen auf dem Bild zu sein. Es lohnt sich vor einem Besuch auf die Liste der Feiertage zu schauen. So verhindert man in jedem Fall die totale Tour-Traube.

Naturkatastrophen

Erdbeben, Vulkanausbrüche und Tsunamis sind die drei Naturkatastrophen, die man auf den japanischen Inseln antreffen kann. Gegen ein Erdbeben kann kaum jemand etwas machen. Vorhersagen lässt es sich  schwer. Es ist daher gut zu wissen, dass die Japaner ihre Häuser erdbebensicher bauen. Das ist einer der Gründe, warum die Fenster der Häuser vergleichsweise klein sind.

Der größte Vulkan, der Mount Fuji, ist zuletzt vor über 300 Jahren ausgebrochen. Bei Vulkanen lassen sich oftmals Aktivitäten länger vorhersagen und die Regionen werden entsprechend gesperrt. Auch andre aktive Vulkane gibt es noch in Japan. Diese sind aber eher geführte Touristenattraktionen als große Gefahrenquellen.

Tsunamis kommen immer wieder vor. Der letzte große Tsunami hat auch zur Katastrophe im Atomkraftwerk in Fukushima geführt. In allen Küstenregionen sind Tsunami-Warnschilder aufgestellt. Mit Pfeilen und der Distanz wird hingewiesen, in welche Richtung man sich am schnellsten retten kann.

Zusätzlich informieren die Schilder, wie viele Höhenmeter man sich über dem Meeresspiegel befindet.

Wir vertrauten den mittlerweile aufgebauten Frühwarnsystemen und hatten zu keiner Zeit Angst an den Stränden Japans. Zum Vergleich: Bei unserer Reise durch Phuket, Thailand, hatten wir ein schlechteres Gefühl- vielleicht auch überwiegend unbegründet. Das Vertrauen in die Perfektion und Zuverlässigkeit, die wir inJapan erfahren haben, hat sich intuitiv auf die Sicherungssysteme übertragen.